Backstage
Hauptdarsteller:
Jonas Inde
Du spielst
Fredrik, die Hauptrolle im Film. Wie würdest du den Charakter von
Fredrik beschreiben? Was für ein Typ Mann ist er?
Fredrik ist eine
Kämpfernatur, er sucht die Herausforderung, die er im Leben nicht
finden kann, im sportlichen Wettkampf. Obwohl er sich als
Gruppenführer aufspielt, ist er in Wirklichkeit ein Einzelgänger,
der zwar Freunde hat, diese aber nie nah genug an sich heran lässt.
Er lebt in seiner eigenen Welt und trägt alle Konflikte mit sich
selbst aus. Deswegen hat er auch besondere Schwierigkeiten mit der
plötzlichen Rolle als allein erziehender Vater, für mich der
reizvollste Part im Buch.
War das
Synchronschwimmen eine große Herausforderung für dich?
Die Proben waren
vor allem kalt, aber in dem Moment, wo wir die Szenen gedreht haben,
habe ich es einfach nur geliebt! Außerdem bot das Training für uns
Schauspieler eine geniale Möglichkeit um miteinander warm zu werden
und das Gruppengefühl zu stärken. Das erleichterte das
Zusammenspiel während des Drehs ungemein und wog all das Frieren
wieder auf. Trotzdem brauchst du für sowas eine echte Passion!
Regisseur: Mans Herngren
Du bist nicht
nur Regisseur des Films, du hast auch zusammen mit Jane Magnusson das
Drehbuch entwickelt. Wie verlief die Zusammenarbeit?
Als Jane mir die
Regie für einen Film anbot, der einen Haufen Mittvierziger bei dem
Versuch zeigt, als männliches Synchronschwimmteam die
Weltmeisterschaft zu gewinnen, witterte ich sofort meine Chance. Ich
wollte eine Underdog Comedy, eine Komödie über Außenseiter im Stil
von „Ganz oder gar nicht“, machen. Beim Drehbuch steuerte Jane,
die in Wirklichkeit auch ein männliches Synchronschwimmteam
trainiert, dann hauptsächlich ihre realen Erfahrungen bei. Ich
brachte aufgrund meiner jahrelangen Arbeit als Drehbuchautor das
Ganze in eine dramatische Form und baute die Unihockeygeschichte,
aber vor allem die Vater-Tochter-Beziehung mit ein.
Durch subtilen
Humor schafft es der Film leichtfüßig eine Lebensphase zu umreißen,
die alles andere als lustig ist. Wie haben Sie zu dieser
Erzählhaltung, zwischen Drama und Realsatire, gefunden?
Einer meiner
Lieblingsfilme ist „Goodbye Lenin“. Ich hatte im Vorfeld viel
darüber gelesen und war beim Sehen überrascht mit welcher
Ernsthaftigkeit ein komisches Thema bearbeitet wurde und welche Macht
an Emotionen das in mir ausgelöst hat. Bei „Männer im Wasser“
ist es ähnlich, da trägt allein schon die Grundidee so viel
Komikpotenzial in sich, dass es gar keiner übertriebenen Charaktere
oder Slapstickeinlagen mehr bedarf. Stattdessen habe ich versucht die
Geschichte so ernsthaft und realistisch wie möglich zu erzählen.
Ich wollte mich liebevoll den Figuren zuwenden ohne mich auf ihre
Kosten lustig zu machen.